Feiern können wir alleine: Zum Verhalten des KiK-Männchens Drucken E-Mail
Als in der vorigen Saison auf einmal die Maskottchen der Firma KiK (es waren zunächst ja zwei) über den Rasen stolperten, war schon klargeworden, daß ein weiterer Schritt Richtung Kommerzialisierung unseres Vereins erfolgt ist. Nichtsdestotrotz hat sich der SCD aufgrund des dankenswerten Engagements von KiK-Gründer Stefan Heinig in unserem Aufsichtsrat dazu entschieden, die weitere Entwicklung dieses Themas zunächst nur zu beobachten. In der Folge verschwand eines der beiden „KiK-Männchen“ und so waren wir uns sicher, den richtigen Weg zwischen Kommerz und Faninteressen eingeschlagen zu haben.

Was sich allerdings seit Beginn dieser Saison geändert hat, ist das Verhalten dieses KiK-Männchen-Darstellers, respektive des dazugehörigen Regisseurs. Während sich das rote Hemdchen in der Vorsaison noch dezent neben den Spielerbänken oder auch mal auf dem Feld präsentierte, geht es derzeit dazu über, sich offensichtlich als festen Bestandteil der Mannschaft integrieren zu wollen. Es werden vornehmlich Hände auf der Süd abgeklatscht und es wird gemeinsam die Welle zelebriert, dieses Tun gipfelt aber darin, dass das Männchen sich zusammen mit der Mannschaft nach einem gewonnenen Spiel feiern lassen möchte.

Mit Letzterem wird unserer Meinung nach eine Grenze überschritten, da sich das Symbol eines Sponsors in das „persönliche“ Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans einmischt. An dieser Stelle hat es sicherlich nichts zu suchen und wir verurteilen diese neue Präsentationsvariante, da wir sie für völlig unangemessen erachten. Natürlich ist es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine allzu reizvolle Situation, um seine Werbefigur einzusetzen: Nach einem Sieg sind Bilder von der feiernden Mannschaft diejenigen, die in den Medien zu sehen sind, zum anderen findet – höchstwahrscheinlich völlig unbewusst – eine Identifikation der Fans mit der Figur und somit irgendwann einmal vielleicht auch mit dem Unternehmen selbst statt.

Doch es gibt nur wenige Bereiche im Fanleben, die noch nicht von Konzernen werbewirksam ausgenutzt werden – das Feiern eines Siegs mit der Mannschaft gehört dazu, und so soll es auch in Zukunft bleiben.
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